Wie verändert Corona die Baufinanzierung

Nachdem wir bereits unter die Lupe genommen haben, ob der Zeitpunkt für eine Baufinanzierung trotz Corona günstig ist, gehen wir in diesem Artikel der Frage nach, welche Auswirkungen Corona auf die Baufinanzierung im Allgemeinen hat.

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du aktuell überhaupt in Immobilien investieren solltest, raten wir Dir, Dich in folgenden Artikeln umfassend zu informieren:

Doch zurück zum eigentlichen Thema? Welche Tendenzen lassen sich bei der Baufinanzierung aufgrund von Corona erkennen?

Auch unter dem Einfluss der Corona-Krise werden Immobilienkäufer mit guter Bonität weiterhin von niedrigen Bauzinsen profitieren. Das beschlossene Anleihenkaufprogramm der EZB sowie die lockere Geldpolitik der Notenbanken werden die Refinanzierungszinsen für Baugeld niedrig halten.

Auf der anderen Seite führt die drohende Rezession mit steigender Arbeitslosigkeit und zumindest temporär sinkenden Immobilienpreisen zu veränderten Risiken bei der Kreditvergabe. Die Folge sind deutlich höhere Risikoaufschläge.

Eigenkapitaleinsatz

Noch vor der Pandemie hat sich ein Trend zu höherem Eigenkapitaleinsatz bei Baufinanzierungen abgezeichnet. Diese Entwicklung hält auch durch die Corona Krise weiter an. Bereits das vierte Mal hintereinander liegt der durchschnittliche monatliche Beleihungsauslauf unter dem des Vormonats. Im April belief sich dieser auf 82,61 %. Das sind 0,2 % weniger als im März. Die durchschnittliche Darlehenssumme hingegen, stagniert vorerst.

Zinsentwicklung

Während Corona sind die Zinsen für Immobilienkredite erstmals seit langer Zeit leicht gestiegen. Ein Fortsetzen dieser Entwicklung ist wahrscheinlich. Die Zinsen werden zwar nicht von heute auf morgen durch die Decke gehen, sondern allmählich und moderat ansteigen, dennoch wird das Zinsniveau in den nächsten Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit anziehen. Mit folgendem Hintergrund:

Für die Höhe der Bauzinsen in Deutschland ziehen Banken die Rendite von Pfandbriefen heran. Diese wiederum hängen von den Bundrenditen ab. Über die letzten Jahre lagen die Bauzinsen im Keller, weil sich deutsche Staatsanleihen ebenfalls im Minusbereich befanden. Die finanziellen Hilfspakete für die Wirtschaft haben jedoch ein enormes Interesse an deutschen Staatsanleihen ausgelöst, da sie trotz der Krise als überdurchschnittlich sicher gelten. Infolge der gestiegenen Nachfrage, wird deren Rendite und damit schlussendlich auch die Bauzinsen steigen.

Kreditnehmer, deren Baudarlehen bald ausläuft, sollten sich deshalb jetzt über Möglichkeiten informieren, wie sie sich das noch günstige Zinsniveau für die Finanzierung der nächsten Jahre sichern können. Beispielsweise durch Umschichten oder ein Forward-Darlehen.

Eigenkapital ist vorteilhaft

Je mehr Eigenkapital man einsetzt, desto weniger Risiko geht man ein – und umso niedriger sind die Zinsen, die man für sein Darlehen an die Bank zahlen muss.

Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine gute Baufinanzierung zu bekommen. Denn durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie sind die Banken dazu verpflichtet, die finanziellen Voraussetzungen des Kunden – also auch seine Rücklagen – noch stärker in die Entscheidung einzubeziehen.

Dennoch gilt: Wer wenig oder kein Eigenkapital hat, muss auf die Immobilie nicht verzichten. Denn wenn es deshalb ein kleineres Investment werden darf, lässt sich eine kompakte Stadtwohnung auch ohne ein dickes Finanzpolster finanzieren.

Tilgung und Zinsbindung

Eine höhere Tilgung der Baufinanzierung kann sich ebenfalls gut rechnen. In einer Niedrigzinsphase, wie wir sie aktuell haben, sollten Darlehensnehmer eine höhere Tilgung der Baufinanzierung in Erwägung ziehen. Denn wer sich für mehr als die übliche anfängliche Tilgung von 2 % bei seinem Annuitätendarlehen für die Immobilienfinanzierung entscheidet, kann sehr viel Geld sparen. Je höher die anfängliche Tilgung gewählt wird, desto schneller ist logischerweise das Baudarlehen abbezahlt. Und auf diese Weise reduziert sich die Summe der insgesamt gezahlten Sollzinsen über die gesamte Laufzeit der Immobilienfinanzierung. Die Ersparnis durch eine höhere Tilgung der Baufinanzierung kann einen beträchtlichen Umfang ausmachen. Im April 2020 lag die durchschnittliche Tilgung in Deutschland bei 2,89 %. Damit liegt sie nahezu gleich auf dem Niveau des Vormonats.

Die durchschnittliche Zinsbindung verzeichnete zuletzt einen leichten Rückgang auf 14 Jahre, liegt damit jedoch immer noch relativ hoch.

Fazit

Der leichte Aufwärtstrend ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass die Banken in der aktuell unsicheren Zeit Risiken neu bewerten und Zinsrückgänge nicht komplett an ihre Kunden weitergeben. Auf mittlere Sicht ist aber ein moderater Anstieg wahrscheinlich. Aber auch dann wird das Zinsniveau immer noch auf einem günstigen Niveau verbleiben.

Fest steht jedoch, dass Immobilien eine ausgezeichnete Form der Kapitalanlage bleiben. Insbesondere auch deshalb, weil sie selbst bei einem Preisabsturz – anders als bspw. Aktien – stets ihren Wert als Wohnraum behalten. Der Wert von Immobilien kann also niemals null betragen. Außerdem gilt nach wie vor: jeder Mensch muss irgendwo wohnen! Die Nachfrage nach Immobilien wird daher niemals abreißen.

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